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Die groÃ?e Ausrede. Wie die marxistische Theorie die diktatorische Praxis legitimiert (Antitotalitarismus-Studien 4) (German Edition)

by Dalibor Truhlar

Aus dem Vorwort, Dr. Dalibor Truhlar

Die vorliegende Arbeit habe ich im Rahmen eines Seminars an der Universität Wien 1992 geschrieben und abgegeben. Nun habe ich sie abgetippt und ein wenig korrigiert, damit jeder, der sich für das Thema interessiert, sich informieren kann.

Ich habe sie gemeinsam mit anderen Arbeiten aus dieser Zeit unter dem Titel der Anti-Totalitarismus-Studien zusammengefasst, um ihre thematische Zusammengehörigkeit und ihre kritische Ausrichtung zu kennzeichnen.

In dieser Studie beschäftige ich mich mit der Frage, wie der Marxismus als Theorie die Praxis der Revolution legitimiert. Meine Antwort: So wie er das tut, hilft er den Diktatoren und führt in die Diktatur. Es ist eine ganz gro�e Ausrede mit ganz schlimmen Folgen.

Dementsprechend behandle ich darin den Marxismus und erkläre insbesondere seine anthropologischen, ökonomischen und historischen Aspekte. Das kann man auch anders machen, aber ich halte diese Unterteilung für stimmig und übersichtlich. Diesen Ansatz bzw. Zugang habe ich später übrigens auch auf andere Philosophien ausgedehnt und sie unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Das führte zur Entwicklung meiner Theorie der Weltanschauung, die ich in positiver Weise auch auf die Demokratie anwendete. Ihr zufolge sollten bei politischen Konzeptionen immer auch die impliziten philosophischen Konzeptionen gesehen werden, die sie fundieren. Wenn sie explizit untersucht werden, führt das zum besseren Verständnis der jeweiligen Lehre. Es hilft uns auch zu erkennen, wie total und absolut der Marxismus angelegt ist.

Der Marxismus reduziert den Menschen unter anderem auf �konomie. Deshalb ist es interessant, dass so viele Menschen im Marxismus moralische Aspekte entdecken, während er jegliche Moral abstreift, sie als bürgerlich deklariert und als Produkt der wirtschaftlichen Verhältnisse abqualifiziert. Es ist auch paradox, dass eine Ideologie, die so sehr auf Wirtschaft aufbaut, wirtschaftlich derartig versagt. Während heute im Westen die Marktwirtschaft kritisiert wird, sie sei zu wirtschaftlich orientiert, was bei einem wirtschaftlichen System eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist gerade die Marktwirtschaft, der gute alte Kapitalismus, in dieser Hinsicht weniger wirtschaftlich und mehr menschlich orientiert als der Marxismus. Der Marxismus entmenschlicht die Welt und ökonomisiert den Menschen. Die Marktwirtschaft berührt nur einen Bereich seines Lebens und hier lässt sie ihm die Freiheit, die auch eine Freiheit zur Menschlichkeit ist.

Legitimationen sind normal und in Ordnung. Menschen brauchen die Rechtfertigung ihres Tuns. Für sich selbst und für andere. Ein Problem gibt’s nur, wenn sie Systeme rechtfertigen, die über Leichen gehen. Im Fall des Marxismus geht bereits die Theorie über Leichen.



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